| Arm trotz Rente |
| Montag, den 12. Dezember 2011 |
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Dies klingt nach sehr viel Geld. Allerdings kommt hiervon beim einzelnen Rentner gar nicht so viel an. Aktuell beträgt die durchschnittlich ausgezahlte monatliche Rente 850 €. Zum Vergleich: Der aktuelle Hartz IV Regelsatz ohne weitere Zuschüsse liegt bei 364 €.
Vielen Rentnern geht es deutlich schlechter als dem oben genannten Durchschnitt. Sie bekommen gar keine oder eine so niedrige Rente, dass sie zum Überleben nicht ausreicht. Bereits 2009 bezogen 400.000 Rentner deshalb die staatliche Grundsicherung. Dieser Wert hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt. Als Grundsicherung versteht man eine staatliche Hilfe für Menschen, die nicht erwerbsfähig sind. Sie ist mit Hartz IV vergleichbar. 2010 gingen zudem 660.000 Menschen zwischen 64 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Somit ist die Zahl der Rentner, die auch im Alter noch zusätzlich arbeiten, in den vergangenen zehn Jahren um rund 60 Prozent gestiegen. Eine aktuelle OECD-Studie hat ergeben, dass in Deutschland 10,3 Prozent aller Rentner von Altersarmut bedroht sind. Dieser Wert liegt über dem Durchschnittswert der bundesweiten Armutsrate. Ein Grund hierfür sind die starken Rentenkürzungsfaktoren. Sie treffen vor allem Menschen mit „gebrochenen“ Lebensläufen wie Mütter, Niedrigverdiener, Langzeitarbeitslose aber auch Selbstständige, die oft nicht ausreichend privat vorgesorgt haben. 2012 soll durch den „Regierungsdialog Rente“ ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der das Rentensystem so anpasst, dass künftig weniger Menschengefährdet sind, im Alter arm zu sein. |




In Deutschland gibt es derzeit rund 20,5 Millionen Rentner. Diesen stehen 52 Millionen rentenversicherte Personen gegenüber. Davon wiederum arbeiten 35 Millionen Menschen und sind somit aktiv versichert. Im Durchschnitt gehen die Deutschen mit 60,7 Jahren in Rente und erhalten 18,5 Jahre lang Bezüge. Jährlich werden mehr als 17 Milliarden Euro in Form von Renten ausgeschüttet.


