High Technology

High Technology & Media

High Technology verändern die Art und Weise, wie wir Medien produzieren, vermarkten und konsumieren – und das mit wachsender Intensität sowie mit zunehmender Geschwindigkeit. Zu den zahlreichen Anwendungsbereichen von High Technology in der Medienbranche zählen Algorithmic Journalism, Artificial Intelligence, Programmatic Advertising und viele mehr.

Auch durch die immer weiter steigende Relevanz dieser Technologien in der Medienbranche beschäftigt sich das diesjährige IPW-Team (Interdisziplinäres Projekt Wirtschaft) mit dem Thema „Medienwirtschaft im Zeitalter sogenannter High-Technology“. Ziel ist es, einen Fallstudienband mit Best Practices aus der Medienwirtschaft zusammenzustellen. In diesem Band wird das Team Anwendungsbeispiele von Unternehmen vorstellen, die High Technology bereits routiniert im Alltagsgeschäft nutzen.

Die Ergebnisse wurden auf der Media Night am 04.07.2019 präsentiert. Das Highlight der Ergebnispräsentation war eine Diskussionsrunde mit Unternehmens- und Hochschulvertretern.

Unter High Technology versteht man Technologien, die es auf Basis von Algorithmen ermöglichen, automatisiert Daten zu sammeln, auszuwerten, zu interpretieren, anzureichern und neu zusammenzustellen. Die in der klassischen Medien- und Informationsökonomie als Neu-Produktion sowie Re-Produktion bezeichneten Wertschöpfungsstufen der Informationsproduktion, werden durch den Einsatz dieser Technologien automatisiert. Unter Informationsproduktion werden dabei sowohl die Konzeption, Produktion und Vermarktung der Informations- und Unterhaltungsinhalte als auch der Werbeinhalte verstanden.

Auch wenn die Begrifflichkeiten bislang noch sehr unterschiedlich verwendet und definiert werden – alleine die Auflistung der folgenden Begriffe macht deutlich, dass insbesondere (auch) die Bereiche Konzeption und Produktion sowie Vermarktung von Inhalten teilweise bereits automatisiert sind, und zunehmend sein werden: Algorithmic Journalism, Artificial Intelligence, Automated Journalism, Automatic Content Generation, Big Data, Computational Journalism, Data Journalism, Machine Learning, Programmativ Advertising, Robot Journalism, Software Generated Content.

Folgende Technologien stehen bei diesem Projekt im Fokus:

Virtual
Reality

Augmented Reality

Machine Learning

Artificial Intelligence

Block
Chain

Während des Projekts stellt sich die Frage, welche Medienunternehmen in welchem Ausmaß bereits High Technology anwenden. Aus diesem Grund konzentriert sich das Forschungsteam auf Unternehmen, in denen diese Technologien bereits routiniert zur Konzeption, Produktion oder Vermarktung der Medieninhalte beitragen.

Mithilfe von qualitativen Interviews spricht das IPW-Team in Kleingruppen mit unterschiedlichen Unternehmen die Hintergründe und Erwartungen, die Umsetzungsstrategien und Auswirkungen, aber auch die Schwierigkeiten und Erfolgsfaktoren im Zuge der Implementierung und Nutzung der Technologien. Aus diesen Erkenntnissen erstellt das Forschungsteam Fallstudien zu diesen Unternehmen, die schließlich als Fallstudienband veröffentlicht werden.

Anabel Fanke, Anastasia Dukart, Katrin Sihler, Fanny Wagner, Selina Schmidt, Selina Hehn, Celine Pierri, Jasmina Salihovic, Nina Weidlich, Fabienne Fischer, Fabienne Gádorosi, Ina Grosser, Josephine Lange, Lisa Herresbach, Verena Krempl, Emily Scheer, Irina Bernhard,Till Rentschler, Eda Mildan, Laura Blühdorn, Nico Zimmermann, Andreas Freimann, Maik Uhlich, Sarah Jäckle, Veronika Pfahler, Alexander Obert, Davis Simoes, Dennis Czaja, Leonie Dapfer, Marie Senghas, Sophia Schimpgen, Jolina Pfäffle, Natascha Rössler, Valérie Engelberger, Uwe Eisenbeis, Magdalena Ciepluch

– Virtual Reality –

Foto: ARTE 

Mit Hilfe einer speziellen 360° Kameratechnologie erstellt ARTE Dokumentationen, Kurzfilme und Konzertvideos in einer VR-Perspektive und macht diese „erlebbar“. Der deutsch-französische Kultursender lässt den Zuschauer Fernsehen aus einer neuen Perspektive entdecken. Die Inhalte sind über die “ARTE360 VR”-App, die erste Plattform speziell für die Ausstrahlung auf mobilen Endgeräten, erreichbar.

Foto: WDR

Um Inhalte greifbarer zu machen und auch jüngere Zielgruppen mit wichtigen Themen zu erreichen, hat sich der WDR (Westdeutscher Rundfunk) in den vergangenen Jahren für die Nutzung von VR-Formaten entschieden. Dabei kann man beispielsweise den Kölner Dom in 360° und ein virtuelles Bergwerk mittels VR erleben, sowie eine Zeitreise in die Vergangenheit machen. Der WDR bietet die Erlebnisse kostenlos über die eigene Homepage, teilweise via App und außerdem ortsgebunden in einem WDR-Truck auf Tour an.

Foto: MackMedia 

MackMedia nutzt VR, um Achterbahnfahrten in völlig neuen Dimensionen erlebbar zu machen. Die Besucher werden in eine andere Welt befördert, während sie Wind und Fliehkräfte der eigentlichen Achterbahn spüren. Das Zusammenspiel von modernen Fahrsystemen und neuen Medientechnologien ist unter dem Namen „Coastiality“ bekannt. Erst kürzlich gewann die mit VR-Technik ausgestattete Achterbahn „Eurosat“ im Europapark den deutschen Digital Award 2019 in der Kategorie Digital Live-Experience.

Machine Learning –

Foto: Nomoko 

Nomoko erstellt mit ihrer selbst entwickelten Kameratechnologie 3D-Modelle von Objekten und Städten. Dies geschieht durch millimetergenaue Drohnen-Aufnahmen, die „digitale Zwillinge” der Städte erstellen. Um manuelle Abläufe zu automatisieren, nutzen sie primär ML. Demzufolge können sie ihre Prozesse weitaus beschleunigen und schneller zu gewollten Ergebnissen kommen.

Foto: Valiton

Valiton entwickelt als BurdaSolutions Unternehmen insbesondere individuelle Softwarelösungen für den Burda-Konzern. ML setzt bei Valiton unter anderem bei der Analyse des aktuellen und zukünftigen Kaufverhaltens von Kunden, sowie bei Produkt- und Userbewertungen von Online-Portalen des Burda-Konzerns an. Das System kann aus Nutzerkommentare beispielsweise Beleidigungen automatisch herausfiltern.

– Artificial Intelligence –

Sony Music

Foto: Sony Music

Sony Music nutzt AI für das Erstellen und Bewerben von Playlisten, sowie dem Erstellen der zugehörigen Werbemittel (Banner, Homepage Takeover, Mobile/Desktop Overlays, Audio- Videospots) auf Spotify ein. Automatisch werden Streamingdaten von Spotify ausgelesen, ausgewertet und darin nach Datentrends und verschiedenen Eigenschaften gesucht. Die AI-Anwendung nennt sich Sonar und wird weltweit von Sony Music eingesetzt. Die Entwicklung hierzu kommt aus der Schweiz und ist seit dem Einsatz ständig in der Weiterentwicklung.

Stuttgarter Zeitung

Foto: Stuttgarter Zeitung 

Die Stuttgarter Zeitung nutzt AI, um für jeden Stadtbezirk und jede Gemeinde den Feinstaubradar der Region Stuttgart zur Verfügung zu stellen. Die Feinstaubberichte werden wegen der großen Menge der Texte (etwa 80 pro Tag) mithilfe der Roboter-Journalismus Software von AX Semantics automatisiert geschrieben. Die Messwerte kommen von über 750 Feinstaubsensoren, die vom OK Lab Stuttgart entwickelt wurden. Aus diesen Daten werden Stunden-, Tages- und Wochenmittel errechnet. Visualisiert wird das Ganze auf einer Livekarte der Stuttgarter Region.

Axel Springer

Foto: Axel Springer

Die Axel Springer SE hat im Bereich AI die Nachrichten-Anwendung „Upday“ entwickelt, welche auf Samsung-Smartphones vorinstalliert ist. Sie gilt als Europas erfolgreichste Nachrichten-App. Die Besonderheit an „Upday“ ist, dass die AI basierend auf 35.000 internationalen Quellen Themen identifiziert und klassifiziert. Außerdem lernt die AI vom Nutzer, welche Themen und Formate er bevorzugt und verbessert kontinuierlich die persönliche Auswahl dieser Inhalte.

APA

Foto: APA

APA, die größte Nachrichten- und Presseagentur Österreichs, nutzt AI zur automatischen Texterstellung. Bei der vergangenen Europawahl 2019 wurden dabei die Wahlergebnisse von mehr als 2000 Gemeinden in automatisierten Kurzberichten den Medienkunden zur Verfügung gestellt. Dabei werden die Daten von einer Software der Firma AX Semantics gemäß bestimmter Vorgaben interpretiert und grammatikalische Informationen hinzugefügt, um am Ende einen menschlich klingenden Text zu erstellen.

Funk

Foto: Funk

Funk ist das Content-Netzwerk von ARD und ZDF und produziert Online-Formate für junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren auf Plattformen wie Facebook, YouTube und Co. Mit ihrem Chatbot “Novi” liefert Funk ihren Nutzern täglich die wichtigsten News. In Form eines AI-gestützten Chatdialogs erzählt Novi die Nachrichten in knappen Texten, unterstützt durch kurze Videos, GIFs und Fotos und verweist auf die besten Hintergrundberichte im Netz.

Foto: Telekom

Die Deutsche Telekom AG setzt beim Glasfaserausbau auf AI. Die Technologie berechnet mithilfe von digital gesammelten Umgebungsdaten die optimale Strecke aus, um neue Glasfaserleitungen für schnelle Internetanschlüsse zu verlegen. Ein mit 360°-Kameras und Laser-Scanner ausgestattetes Messfahrzeug ist mit Hilfe von GPS-Technologie dazu in der Lage, unterschiedliche Oberflächenstrukturen und Gegenstände automatisiert zu erkennen. Außerdem werden Kennzeichen von Fahrzeugen und Personen mit Hilfe von AI anonymisiert um deren Privatsphäre zu gewährleisten.

Am 04.07.2019 konnten die Gäste der Media Night in unser Semesterprojekt zum Thema High Technology & Media eintauchen. Von Info-Leinwänden zu den Technologien und Cases, über ein Wissensquiz, hinzu einer Fotobox: Das Event hatte einiges zu bieten.

Das Highlight war die Diskussionsrunde mit Unternehmens- und Hochschulvertretern. Begrüßen durften wir Frank Feulner, Chief Business Development Officer bei AX Semantics und Jochen Kaßberger, Mitgründer von blockLAB und Teilhaber der 51nodes GmbH. Nicht zuletzt war Prof. Dr. Thies, Professor in den Studiengängen Wirtschaftsinformatik und digitale Medien an der HdM mit dem Forschungsgebiet „Software Engineering“, Teil unserer Diskussion.

Hier ein paar Einblicke in den Abend:

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Schaut gerne mal in die aktuelle Ausgabe von in medias res, wenn ihr noch Interesse an weiteren Veranstaltung der Kreativwirtschaft in der Region Stuttgart habt.

Vielen Dank für die Unterstützung an:

                              

                  

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